Startseite Ratgeber Sicherheit Prävention trägt Früchte: Zahl der Einbrüche hat sich auf niedrigem Niveau eingependelt

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Aber jeder »Bruch« ist einer zuviel

Prävention trägt Früchte: Zahl der Einbrüche hat sich auf niedrigem Niveau eingependelt

  • Bei diesem Schloss hatten die »Dunkelmänner« ganz sicher leichtes Spiel. Foto: Ty Lim/shutterstock

    Bei diesem Schloss hatten die »Dunkelmänner« ganz sicher leichtes Spiel. Foto: Ty Lim/shutterstock

Seit rund drei Jahren steigen ungebetene Gäste weit über 100 000 Mal bundesweit ein, da macht auch die Ortenau keine Ausnahme. Aber: 2017 zeichnete sich ein Rückgang ab. Deutschlandweit um 20 Prozent, im Bezirk des Polizeipräsidiums Offenburg sogar um 25 Prozent. Entwarnung? Keinesfalls, so die Polizei.

Er bezeichnet es als »Topjahr«, selbstverständlich im negativen Sinn: Oberkommissar Ralf Kaufmann vom Polizeipräsidium Offenburg, Referat Prävention. Es geht um 2016, in dem Langfinger 515 Mal in der Ortenau eingestiegen sind. Ein Jahr später reduzierten sich die Einbrü che auf 401. »2018 haben wir das niedrige Niveau vermutlich halten können«, so Polizeipräsident Reinhard Renter im Interview mit der Mittelbadischen Presse vom 12. Januar. Valide Zahlen zum Vorjahr allerdings stehen wie immer erst Ende März zur Verfügung. Dennoch ist auch Kaufmann davon überzeugt, dass die hohen Bemühungen um Aufklärung und Prävention in der Bevölkerung nicht nur Sensibilisierung sondern auch Handeln hervorgerufen haben. So gehören Einbruchsrekorde hoffentlich der Vergangenheit an.

 Belegen kann er das eindeutig mit der Anzahl der sogenannten sicherungstechnischen Beratungen, die vor Ort bei Haus- und Wohnungseigentümern jährlich durchgeführt werden. Hohe Nachfrage nach Beratungen: So schnellte die Anzahl im Jahr 2017 – eben nach dem »Topjahr« – auf 1039 in die Höhe, im Jahr 2018 »rückten« Ralf Kaufmann und Ewald Wayner, zuständig für den Bereich Rastatt, Baden-Baden, zu 542 Beratungen aus. »Ob es nur bei meinen konkreten Empfehlungen zur guten Sicherung des Heims blieb, oder ob tatsächlich etwas unternommen wurde, das kann ich natürlich nicht beurteilen«, gibt der Spezialist in Sachen Schutz unumwunden zu.

 Das wollte die Mittelbadische Presse dann doch genauer wissen und befragte Abonnenten wie User von bo.de ob sie in den vergangenen zwei  Jahren in Einbruchschutz investiert haben. Das Ergebnis – wonach  – rund 60 Prozent nichts unternommen haben  - ist zwar bei insgesamt 660 Teilnehmern nicht repräsentativ, spiegelt dennoch eine gewisse Tendenz: Viele haben gehandelt, die Mehrzahl nicht. Noch nicht.

Tatsache ist, dass Gelegenheit Diebe macht, also Arglosigkeit bis hin zu Leichtsinn. Und Tatsache ist auch, dass ein Einbrecher dann von seinem Vorhaben ablässt, wenn er nicht innerhalb von fünf Minuten einsteigen konnte. Ob nur mechanisch, was an erster Stelle stehen sollte, so Kaufmann, oder zusätzlich elektronisch gesichert wird, unterliege der ganz persönlichen Entscheidung. Und natürlich auch dem Wert des zu schützenden Hab und Gutes. Wobei die Entscheidung nicht alleine getroffen werden muss: Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen vereinbaren gerne Termine, Errichterfirmen für Einbruchmeldeanlagen ebenso und natürlich das ausgebildete Handwerk.

 ◼ Eine Liste anerkannter Unternehmen kann auf der Homepage der Polizei abgerufen werden: https.//praevention.polizei-bw.de ◼ Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist zu erreichen unter • 0781/21-45 15 oder 21-10 41 (bitte auf das Band sprechen, es erfolgt auf jeden Fall ein Rückruf). Kontakt per E-Mail: offenburg.pp.praevention@polizei. bwl.de