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Der Traum vom Eigentum: Quote steigt bundesweit

Mit Herz und Verstand zum Ziel

  •  Vor allem Familien sorgen dafür, dass bundesweit mehr Wohneigentum geschaffen wird. Foto: Shutterstock

    Vor allem Familien sorgen dafür, dass bundesweit mehr Wohneigentum geschaffen wird. Foto: Shutterstock

Eine liebevolle, stabile Partnerschaft, gesunde Kinder und ein schönes Zuhause – das sind, außer gute Gesundheit, die drei Hauptwünsche aller Familien. Und im Alter zwischen 30 und 50 Jahren geht der Traum von den eigenen vier Wänden für viele in Erfüllung.

Das Berliner Immobilienforschungsinstitut empirica und LBS Research haben sich zusammengetan und nachgeforscht. Wichtigstes Ergebnis der aktuellen Analyse: »Die relativ hohe Wohneigentumsquote von insgesamt gut 50 Prozent in der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren wird in erster Linie von Familien getragen: 74 Prozent aller Paare mit Kindern im Westen und 64 Prozent im Osten leben im Wohneigentum. Bei den Singles hingegen dominieren die Mieterhaushalte: Nur 28 Prozent der Alleinstehenden im Westen und 20 Prozent im Osten wohnen in einer eigenen Immobilie.« Allerdings gehe der Trend bei den Singles ganz klar in Richtung Wohneigentum. Dabei muss es natürlich nicht sofort das eigene Haus im Grünen sein. Eine attraktive Eigentums- oder Maisonettewohnung wird den Ansprüchen vieler Alleinstehender gerecht, die es ja nicht bleiben müssen. Dann kann die eigene Wohnung gewissermaßen als »Startkapital« für Größeres genutzt werden.

Auf lange Sicht denken

 Aber: Selbst Mieterhaushalten mit mittleren Einkommen erscheint die Anschaffung eigener vier Wände oft als »zu teuer«, hat LBS-Research herausgefunden. Und rechnet dagegen: »Tatsächlich liegt die Anfangsbelastung von frisch gebackenen Wohneigentü- mern in der Regel höher als die Wohnkosten vergleichbarer Mieterhaushalte. Auf längere Sicht jedoch sieht das Bild anders aus. Während die Mieterhaushalte im Zeitablauf mit weiter steigenden Wohnkosten konfrontiert sind, sinken bei den Eigentümern die Ausgaben fürs Wohnen kontinuierlich. Das Blatt wendet sich bereits ab Anfang 50. Im Alter, wenn die Immobilie schuldenfrei ist, muss der Wohneigentümer nur noch jeden sechsten Euro fürs Wohnen ausgeben, der Mieter fast jeden dritten Euro.«

Richtig rechnen

 Das gibt zu denken, insbesondere auch im Hinblick auf die Tatsache, dass Mietverhältnisse in der Regel nicht auf Lebenszeit geschlossen werden. Deshalb lohnt gerade jetzt der Kassensturz, lohnt der Gedanke an Eigentum, auch wenn das vielleicht nicht auf Anhieb so ausfällt, wie die Vorstellungen im Traum. Aber mal ehrlich: Wer kann sich denn sofort eine Villa auf großem Grundstück und Pool »hinstellen«? Die Wenigsten. Was viele aber können, ist Miete und Kreditraten gegenzurechnen und sich beraten zu lassen. Danach auch vom Architekten oder Bauträger. Nicht wenige, die heute in den eigenen vier Wänden wohnen, waren ehemals skeptisch und konnten sich nicht vorstellen, so eine große Herausforderung finanziell meistern zu können. Heute sind sie froh über ihren Mut. Der gehört dazu, Kühnheit nicht.

Autor Sigrid Hafner

Hintergrund:

Unter 40-Jährige geben im Durchschnitt 619 Euro monatlich für die Miete einschließlich aller Nebenkosten aus. Eigentümer dieser Altersklasse müssen zunächst tiefer in die Tasche greifen: Ihre Belastung liegt im Schnitt bei 729 Euro; beim frisch gebackenen Erwerber, der noch nichts getilgt hat, sogar bei monatlich 861 Euro. Bei den über 64-Jährigen beträgt die Miete im Schnitt 688 Euro. Dies entspricht annähernd einem Drittel ihres verfügbaren Einkommens im Rentenalter.