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Erbpacht: Mein Grundstück für 99 Jahre

  • Bei der Erbpacht wird das Grundstück nicht gekauft, sondern gepachtet. Dafür werden Zinsen fällig. Foto: photosforyou/pixabay

    Bei der Erbpacht wird das Grundstück nicht gekauft, sondern gepachtet. Dafür werden Zinsen fällig. Foto: photosforyou/pixabay

Zwischen 170 und 500 Euro pro Quadratmeter kosten Grundstücke mittlerweile in der Ortenau. Der Anteil des Grundstücks an den Gesamtkosten beträgt 40 Prozent – und je nach Stadt noch deutlich mehr.

Günstiger kann da der Erwerb nach Erbbaurecht sein. Bei diesem Modell pachtet man den Grund für bis zu 99 Jahre und zahlt einen jährlichen Zins. Kommunen, Stiftungen und Kirchen bieten solche Grundstücke an. Städte nutzen das Erbbaurecht, um beim Sprung ins Wohneigentum zu helfen.

Jährliche Pachtzinsen: Der Erbpachtzins für Wohnimmobilien lag 2017 bei durchschnittlich 3,1 Prozent, so eine Studie des Deutschen Erbbaurechtsverbands. Für ein Grundstück im Wert von 100 000 Euro wären demnach jährlich 3100 Euro zu überweisen. Nur für eine Immobilie, die darauf gebaut werden soll oder bereits vorhanden ist, fallen Finanzierungs- und Nebenkosten wie beim konventionellen Erwerb an. Interessenten sollten die Finanzierungsmöglichkeiten und vertraglichen Einzelheiten der Pacht auf jeden Fall sorgfältig prüfen, rät die BHW-Bausparkasse.

Zinserhöhungen einplanen: Die Konditionen einer Erbpacht sind Verhandlungssache. Der bauwillige Pächter hat also einen gewissen Spielraum. Wichtig zu wissen, um die Finanzierung sicher zu planen: Der Grundeigentümer hat das Recht, den Erbbauzins alle drei Jahre zu erhöhen. Der Anstieg richtet sich nach der allgemeinen Entwicklung der Verbraucherpreise.

 Interessierte könnten versuchen, eine Kaufoption zu einem späteren Zeitpunkt zu verhandeln. In jedem Fall sollten sie zum Beispiel eine Rückübertragung wegen Eigenbedarfs im Vertrag ausschließen. Die Rechte des Pächters sind insgesamt doch besser, als viele glauben: Sie können eine auf dem gepachteten Grundstück errichtete Immobilie vermieten, verkaufen und auch vererben.