Startseite Ratgeber Heim & Design Kompaktes Wohnen: Stapeln und teilen, schieben und klappen / So werden kleine Grundrisse optimal genutzt

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Ein wenig Umdenken gehört schon dazu

Kompaktes Wohnen: Stapeln und teilen, schieben und klappen / So werden kleine Grundrisse optimal genutzt

  • Lamellenvorhänge machen sich nicht nur vor Fenstern praktisch, sondern können die Funktion eines Raumteilers übernehmen. Foto: epr/Erfal

    Lamellenvorhänge machen sich nicht nur vor Fenstern praktisch, sondern können die Funktion eines Raumteilers übernehmen. Foto: epr/Erfal

Die große Villa mit Wellnessbereich und Doppelgarage, freistehend inmitten eines weitläufigen Gartens, war und ist der Traum vieler Menschen. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus: Wohnen auf kleinem Raum muss attraktiver werden, aber wie?

 Ausladende freie Grundstücke werden in allen Regionen zur Seltenheit und sind teuer. Auch die Baukosten steigen ständig. Gründe zu überlegen, wie man das Wohnen auf kleinem Raum attraktiver und damit bezahlbarer machen kann. Wie lässt sich also wenig Platz optimal verwerten? Eine Möglichkeit ist, die Raumhöhe doppelt zu nutzen. Schlafräume können zum Beispiel auf einer Art Galerie »verschwinden«. Oft ist die volle Stehhöhe nicht unabdingbar, wenn nur ein Bett unterzubringen ist.

Spielecke ganz oben: Eine Lösung, die insbesondere bei Kindern gut ankommt, ist einen Teil ihres Zimmers nach oben zu verlagern. Hier lässt sich eine versteckte Spielecke oder kuschelige Schlafnische schaffen. Wer eine Altbauwohnung mit hohen Räumen besitzt, hat natürlich mehr Spielraum fürs Stapeln. Ein Arbeitsbereich oder eine Leseecke sind Möglichkeiten den oberen Bereich des Raumes zu nutzen. Besonderes Augenmerk legt der Planer auf den Zugang zu dieser oberen Ebene. Den Schlafbereich über eine Hühnerleiter zu erklimmen, ist nur etwas für sportliche Menschen und selbst für sie kann eine Verletzung schnell zum Problem werden. Sinnvoller sind speziell angefertigte Treppen, die sich auch beiseite schieben lassen. Oder man nutzt diese Treppe bewusst als Möbelstück. In den Stufen lassen sich Regale oder Schubladen einbauen, in denen Bücher, Geschirr oder der tägliche Krimskrams verschwindet.

Schiebetüren und Regale: Für Bauherren, die davor zurückschrecken Kochen, Essen, Arbeiten und Schlafen in einem Raum unterzubringen, bieten Schiebesysteme weitere Lösungsansätze. Ähnlich wie die japanischen Papierwände kann eine etwas massivere Schiebetür zum Beispiel tagsüber das Schlafzimmer abschirmen und dafür ein Bücherregal oder eine Küchenzeile zum Wohnraum hin zeigen. Abends verschwindet das Regal oder die Küche und erlaubt den Zugang zum Schlafzimmer. Gegebenenfalls schlägt der Architekt oder die Architektin Möbel zum Aus- und Einklappen vor. Sie stellen eine weitere Möglichkeit dar, Räume flexibel zu nutzen. Das Bett kann tagsüber in den Schrank geklappt oder im doppelten Boden versenkt werden. Mit einer entsprechenden Klappvorrichtung lassen sich auch Ess- oder Schreibtisch in einem Schrank zum Verschwinden bringen.

Und schließlich können Sitzmöbel wertvollen Stauraum beinhalten. Eine im geschlossenen Zustand schöne Bank aus Holz bietet aufgeklappt Platz für Schuhe, Mützen, Bettwäsche, Handtücher und vieles mehr. Doch braucht es fürs kompakte Wohnen nicht nur pfiffige Stauräume, sondern auch ein gewisses Maß an Disziplin und Ordnungsliebe der Nutzer. Andernfalls wird es schnell chaotisch.

Gliederung mit Möbeln: Privatsphäre ist wichtig – auch in kleinen Räumen. Der Architekt achtet auf eine sinnvolle Teilung. Statt massive Wände einzuziehen empfiehlt er, verschiedene Bereiche mit Möbeln zu gliedern. Ein raumhohes Bücherregal kann die Wand zum Schlafbereich ersetzen. Mit einer Treppe lassen sich zwei verschiedene Bereiche wie Wohnen und Schlafen teilen.

 Bei alledem bleiben Küche und Bad Fixpunkte im Grundriss. Sie lassen sich aber als Modul kompakt gestalten und somit als Raumteiler einsetzen. Eine solche »Küchen- und Badkiste« geschickt platziert, lässt den Rest der Wohnung offen für eine flexible Nutzung.

Dreh- und Angelpunkt ist eine umsichtige Planung, ausgehend vom individuellen Bedarf. Denn eine Standardlösung gibt es im Normalfall nicht. 

Info: www.akbw.de