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Hybridanlagen: Wenn erneuerbare und konventionelle Heizenergien kombiniert werden

Duo Brennwerttechnik und Solar

  • Wer Brennwerttechnik mit Solarthermie kombiniert, kann den Brennstoffbedarf um 40 Prozent senken. Foto: djd/puren

    Wer Brennwerttechnik mit Solarthermie kombiniert, kann den Brennstoffbedarf um 40 Prozent senken. Foto: djd/puren

Hausbesitzer, die eine Solarthermie-Anlage einbauen, tun das meistens im Rahmen einer Heizungsmodernisierung. Das zeigt eine Befragung des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) unter rund 800 Heizungsbaubetrieben. Demnach wurde 2017 rund jede zweite eingebaute Solarthermie-Anlage (49 Prozent) anlässlich einer Heizungsmodernisierung eingebaut, 36 Prozent entfielen auf den Gebäudeneubau, 15 Prozent wurden bereits bestehenden Heizungsanlagen hinzugefügt, ohne dass die Heizung erneuert wurde. Eigentümer von Ölheizungen setzen überdurchschnittlich oft zusätzlich auf Solarthermie.

Wie die IWO-Zahlen zeigen, wurden 20 Prozent der mit Brennwerttechnik erneuerten Ölheizungen zugleich mit dieser erneuerbaren Energiequelle kombiniert. Zum Vergleich: Der Mittelwert für die im Rahmen einer Modernisierung vorgenommene Ausstattung einer Heizungsanlage (Gas, Pellets, Wärmepumpe uns so weiter) mit einer thermischen Solaranlage liegt bei 16 Prozent.

Millionen nutzen die Kraft der Sonne

 Die Gesamtzahl der neu installierten Solarthermie-Anlagen war 2017 insgesamt jedoch rückläufig. Hier decken sich die Zahlen der IWO-Befragung mit der Marktauswertung des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). Insgesamt gibt es deutschlandweit etwa 2,3 Millionen thermische Solaranlagen. Mehr als 900 000 davon werden gemeinsam mit einer Ölheizung betrieben.

»Die Ergebnisse zeigen, dass die Heizungsmodernisierung mit Brennwerttechnik und die verstärkte Einbindung erneuerbarer Energien keineswegs im Widerspruch stehen, sondern oftmals Hand in Hand gehen«, erklärt Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO. »Hybridheizungen, die verschiedene Wärmequellen nutzen und erneuerbare Energien einkoppeln, bleiben ein wichtiger Baustein für die Energiewende im Gebäudebereich. Eine Brennwertheizung ist als Basis gut geeignet, da sie leitungsunabhängig und zuverlässig die Wärmeversorgung übernimmt, wenn Sonne, Wind und Co. nicht ausreichend Energie liefern können.« Langfristig werden neue flüssige Brennstoffe, wie zum Beispiel E-Fuels, diesen Ölheizungen sogar eine weitgehend treibhausgasneutrale Perspektive bieten.

Förderungen ausschöpfen

 Besonders im Einfamilienhaus bietet es sich an, eine solarthermische Anlage für die Warmwasserbereitung für Küche und Bad zu nutzen. In Gebäuden mit niedrigem Wärmebedarf und Flächenheizung, wie etwa einer Fußbodenheizung, kann die Sonne zusätzlich die Heizung unterstützen. Durch den Austausch einer veralteten Heizung gegen die Kombination von Brennwertkessel und Solaranlage kann der Brennstoffbedarf so insgesamt um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Eigentümer, die sich für eine solche Modernisierung entscheiden, können dafür auch attraktive Fördergelder in Anspruch nehmen.