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Mieterstromgesetz und Blockheizkraftwerke: So werden die neuen Förderungen richtig eingesetzt

Damit sich die Anlagen wirklich rechnen

  • Seit Juni 2017 werden Vermieter unterstützt, die auf erneuerbare Energien setzen. Davon profitieren auch die Mieter. Foto: Solvis/BHW

    Seit Juni 2017 werden Vermieter unterstützt, die auf erneuerbare Energien setzen. Davon profitieren auch die Mieter. Foto: Solvis/BHW

Der Vermieter baut eine Solaranlage und liefert den Strom direkt an die Mieter – das ermöglicht das Mieterstromgesetz. Rund 3,8 Millionen Wohnungen könnten so zusätzlich Energie sparen.

Etwa 18 Prozent aller Wohnungen in Deutschland sollen laut Regierung vom Mieterstromgesetz profitieren können. Als Mieterstrom wird der Strom bezeichnet, der in einer Solaranlage auf dem Dach eines Wohngebäudes erzeugt wird. Er soll ohne Nutzung des allgemeinen Versorgungsnetzes an Endverbraucher in diesem Wohngebäude geliefert werden.

 »Besonders attraktiv ist das Modell für Eigentümer großer Wohnhäuser und für Wohneigentümergemeinschaften in Mehrfamilienhäusern«, so die BHW-Bausparkasse. Gefördert wird eine installierte Leistung von 500 Megawatt pro Jahr, bei Gebäuden mit mindestens 40 Prozent Wohnfläche. Der Vermieter erhält je nach Anlagengröße einen Zuschlag zwischen 3,8 und 2,2 Cent pro Kilowattstunde zusätzlich zu dem Erlös durch den Stromverkauf. »Mieter sparen damit etwa zehn Prozent ihrer Stromkosten. Für einen Vier-Personen-Haushalt sind das jährlich etwa 150 Euro.«, rechnet die BHW vor. Vermieter, die Strom aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder Kraft-Wärme-Kopplung lokal erzeugen und ins Netz einspeisen beziehungsweise an Mieter verkaufen, werden gewerbesteuerpflichtig. Das umfasst auch ihre eigentlich gewerbesteuerfreie Vermietungstätigkeit.

 BHKW für Nichtwohngebäude

Seit 1. Januar 2018 müssen Eigentümer von neuen BHKW die volle EEG-Umlage für selbst genutzten Strom zahlen. Ob sich nun ein BHKW lohnt, sollten Eigentümer von Nichtwohngebäuden mit neutralen Energieberatern klären, rät die KEA, Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Große Sorgfalt müssen die Fachleute auf die richtige Dimensionierung legen. Nur wenn die Auslegung passt, kann das BHKW auch wirtschaftlich arbeiten. Vor der Planung sollte beispielsweise der aktuelle Energieverbrauch geprüft werden. Erst dann lassen sich Strom- und Wärmebedarf genau abschätzen.

Generell gilt: BHKW können sich ab 4000 Betriebsstunden pro Jahr lohnen. Allein bei einem Dauerbetrieb von Mitte Oktober bis Ende März kommen bereits rund 3500 Betriebsstunden zusammen. Wer das BHKW mindestens weitere 500 bis 1000 Stunden im Jahr betreiben kann, der sollte sich bei einem Neubau oder Heizungstausch überlegen, ob die Technologie zu seinem Bedarf passt. Vor allem in Gewerbeund Industriebetrieben ist das oft der Fall. Bei guter Planung und günstigen Randbedingungen sind Amortisationszeiten von fünf bis sieben Jahren möglich.

 Mehr zu BHKW finden Interessierte auf www. energiekompetenz-bw.de/kwk oder über • 0721/984 71-54.