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Ratgeber - Baurecht

Baurecht: Erst informieren, dann modernisieren

Ohne Genehmigungen geht vieles nicht

  • Damit des gute Verhältnis nicht getrübt wird, sollten die Nachbarn auch über einen Dachausbau informiert werden. Foto: djd/Climacell

    Damit des gute Verhältnis nicht getrübt wird, sollten die Nachbarn auch über einen Dachausbau informiert werden. Foto: djd/Climacell

Und die Nachbarn mit ins Boot holen

Wer einen Um- oder Ausbau plant, sollte sich auch baurechtlich absichern. Baut man ohne erforderliche Zustimmung etwa zu dicht an die Grundstücksgrenze oder zu hoch, könnte das teuer werden. Modernisierer sollten daher frühzeitig klären, ob sie eine Baugenehmigung oder einen Bauvorbescheid benötigen, rät die BHW-Bausparkasse.

 Im Falle von An- und Umbauten, die Abstandsflächen verletzen, sowie Nutzungsänderungen könnte sonst ein teurer Rechtsstreit drohen. Ob eine Maßnahme genehmigungspflichtig ist, hängt allerdings davon ab, in welchem Bundesland die Immobilie steht. Baugesetzgebung ist Ländersache. Architekten, Bauträger und auch Immobilienmakler kennen sich mit den Bestimmungen aus.

Abstand halten!

Abstandsflächen von baulichen Anlagen dienen dem Schutz der Nachbarn. Bei frei stehenden Häusern muss der Abstand drei Meter zur Grundstücksgrenze betragen. Endet das Nachbargebäude mit einer Brandschutzmauer an der Grenze, entfällt diese Regelung. Eine Erweiterung ist dann ohne Zustimmung möglich. Werden Mindestabstände oder Wandhöhen unter- oder überschritten, ist in jedem Fall eine Baugenehmigung erforderlich.

 Auf gute Nachbarschaft

Bei genehmigungspflichtigen Baumaßnahmen sollten die Nachbarn mit ins Boot geholt werden. Sie sollten die Möglichkeit erhalten, die Baupläne einzusehen und diese mit ihrer Unterschrift abzusegnen. Denn fehlt die Zustimmung bei genehmigungspflichtigen Vorhaben, wird den betroffenen Nachbarn eine Ausfertigung der Baugenehmigung zugestellt und sie können gegen das Vorhaben Widerspruch einlegen oder gar klagen. So weit muss es nicht kommen, denn es ist immer gut, vor einem Bauvorhaben mit den Nachbarn auch der umliegenden Häuser zu sprechen. So vermeidet man Missverständnisse und Streit zum Beispiel wegen des Baulärms.

 Dachausbauten

Wenn sich durch den Dachausbau die Gebäudehöhe erhöht, werden gegebenenfalls die Abstandsflächen zur Nachbarbebauung nicht mehr eingehalten. Neben der Baugenehmigung wäre eine Zustimmung der Nachbarn erforderlich.

 Anbauten

 Anbauten dürfen nicht zur Unterschreitung des Mindestabstands zum Nachbarn führen. Wird diese Vorgabe nicht eingehalten, kommt man um eine Baugenehmigung und nachbarliche Zustimmung nicht herum.

Außentreppen

 Bei Außentreppen variieren die Regelungen zur Genehmigung abhängig von der zuständigen Landesbauordnung (LBO). Könnte man dank der neuen Treppe beim Nachbarn in die Fenster schauen, dürfte es mit einer Genehmigung ohne nachbarliche Zustimmung schwierig werden. Heizungen: Handelt es sich um eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) und ist die Heizung Teil des Gemeinschaftseigentums, ist bei Änderungen an dieser Anlage auch in einzelnen Wohnungen die Zustimmung aller Miteigentümer nötig. Garagen: Es gelten die Regelungen für den Mindestabstand. Handelt es sich allerdings um eine in einigen LBOs zugelassene Grenzgarage, kann der Mindestabstand unterschritten werden, sofern die Vorgaben der Bauordnung zu Grundfläche und Wandhöhe erfüllt sind.