Startseite Ratgeber Bauen & Sanieren So wird der Wohnraum angepasst

Ratgeber - Bauen & Sanieren

Mit (Zukunfts-)Plan zum Ziel: Die Wünsche der Bewohner mit der vorhandenen Bausubstanz realisieren

So wird der Wohnraum angepasst

Es gibt viele Gründe für eine Modernisierung: Die Gemeinschaft ändert sich, es besteht der Wunsch nach mehr Komfort, Barrierefreiheit fürs Alter oder der Energieverbrauch soll sich reduzieren. In jedem Fall lässt sich mit klug geplanten Baumaßnahmen der Wert einer Immobilie steigern.

Am Anfang aller Planung stehen die persönlichen Nutzungswünsche von Bauherrin und Bauherr: ihre Bedürfnisse, ihr Lebensstil, ihre Zukunftsperspektiven. Meist greifen mehrere Motive ineinander. Um für gewünschte Änderungen die richtige Konstruktionsart wählen zu können und gegebenenfalls den konkreten Charakter des Gebäudes noch zu stärken, analysiert der Architekt oder die Architektin dessen aktuellen Zustand und die vorhandenen Materialien. Dazu gehört die Beschaffenheit der Außenhüllflächen wie Außenwände, Bodenplatten, Decken zu den Untergeschossen, Dach und Fenster.

 Flächen berechnen

Der Planer prüft, ob sich Raumreserven zum Ausbau eignen. Oft ist auch ein genaues Aufmaß erforderlich, weil nur so die exakten Flächen zu berechnen sind und sich damit die Kosten eingrenzen lassen. Außerdem gilt es den Wirkungsgrad der bestehenden Heizungsanlage zu prüfen und gegebenenfalls alternative Energieträger zu erwägen.

Wärmeschutz

Der Wärmeschutz hat entscheidenden Einfluss auf die Dauerunterhaltskosten. Betreffen Sanierungsmaßnahmen mehr als 20 Prozent der Gebäudesubstanz, gelten die Anforderungen der Energieeinsparverordnung. Um den typischen Charakter des Hauses zu erhalten, ist viel Feingefühl erforderlich. Dies gilt ebenso für den Austausch von Fenstern wie für das Dämmen strukturierter Fassaden, die durch Gesimse gegliedert sind oder deren Besonderheit im Wechsel von Materialien liegt.

Bauschäden vermeiden

Besonders bei der Nachrüstung von Dämmungen besteht die Gefahr, Bauschäden zu erzeugen: Wird ein Wärmedämmpaket neu aufgebracht, kann dadurch der Austausch sämtlicher Fenstersimse notwendig werden oder das Aufdoppeln aller Dachanschlüsse. Dichte, wärmetechnisch optimierte Fenster können durch Unkenntnis der Bewohner zu Schimmelbildung führen.

 Eine exponierte Stellung nimmt das Thema Schallschutz ein. Dabei ist eine gute Nachbarschaft von entscheidender Bedeutung. Bisweilen lässt sich mit gewissenhafter technischer Aufrüstung im Bereich von Treppenräumen und Wohnungstrennwänden, teils auch Zwischenwänden, den heutigen Anforderungen an Wohnkomfort gerecht werden. Gegebenenfalls schlägt der Architekt sogar eine grundlegende Änderung der Raumanordnung vor, um beispielsweise schalltechnisch problematische Steigleitungen von Schlafräumen zu trennen. Mitunter kann aber bereits die Erneuerung der Rohrleitung mit schweren Materialien und guter Dämmung Abhilfe schaffen.

Vorgaben für den Brandschutz

Der Brandschutz spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Er kann manchen Euro verschlingen, wenn er nicht rechtzeitig in die Konzeption eingearbeitet und von den zuständigen Behörden abgesegnet wird. Planer sorgen dafür, dass sich der Wohnraum den jeweiligen Altersphasen flexibel anpasst. Zunächst einmal gilt es deshalb, das Gebäude oder die Wohnung stufenlos erreichbar zu machen: Geringe Niveauabweichungen lassen sich durch flache Rampen überwinden, bei größeren Höhenunterschieden dient ein Aufzug. Fehlt die Fläche zum Einbau eines Senkrechtaufzuges, kann ein Schrägaufzug als Plattformlift oder Sitzlift die Lösung sein. Probleme bieten dabei Wendeltreppen und unzureichende Treppenlaufbreiten, denn Fluchtwege müssen für Geher genügend Platz bieten. Eine Möglichkeit ist auch, die Räume von außen über bestehende Balkone oder als Ergänzung des Treppenhauses zu erschließen.

Wichtig im Alter

 Mit intelligenter Planung ist dafür gesorgt, dass sich Bewegungsflächen überlagern, das heißt der Platzbedarf wird bei maximaler Nutzbarkeit minimiert. So braucht ein Rollstuhlfahrer im Raum etwa 150 mal 150 Zentimeter, um ungehindert wenden zu können; bei der altersangepassten Barrierefreiheit reichen 120 mal 120 Zentimeter aus. Damit sie auch im Sitzen zu nutzen sind, muss unter Waschtisch und Küchenarbeitsplatz genügend Beinfreiraum vorhanden sein. Außerdem befinden sich barrierefreie Türgriffe und Schalter in niedriger Höhe, Bedienhebel von Armaturen sind verlängert und offen. Bei eingeschränktem Sehvermögen unterstützen eine bewusste Farbgebung und taktil erfassbare Materialien die Orientierung. 

Info: www.akbw.de/planerfinden.htm