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Energieberater als Partner: Mit dem Ortstermin fängt alles an / Schritt für Schritt zum Klimaziel 2050

Lotse durch den Projektdschungel

  • Erst neue Fenster, dann das Dach dämmen, dann ...? Energieberater erstellen einen Sanierungsplan mit Maßnahmenkatalog. Foto: djd/E.ON

    Erst neue Fenster, dann das Dach dämmen, dann ...? Energieberater erstellen einen Sanierungsplan mit Maßnahmenkatalog. Foto: djd/E.ON

Sanierer haben eine Herkulesaufgabe zu schultern: Was ist energetisch nötig, was nur wünschenswert? Welche Technik hat sich bewährt und welche Arbeiten müssen zuerst angepackt werden? Wie schaut es mit Förderungen aus? Klug ist, wer früh einen Fachmann heranzieht. 

Oft fängt’s mit der Heizung an. Was über 20 Jahre ohne Macken im Keller gebullert hatte, versagt den Dienst. Durch die Fenster zieht’s, unterm Dach ist es kalt und das Bad in Moosgrün, Rosa oder Bahamabeige sind auch kein Hingucker mehr. Will man nicht im Kompromiss leben, führt an der Sanierung kein Weg vorbei.

Viele Aufgaben, eine Frage

Wie soll ein Laie das alles schultern? Als Lotsen bieten sich Energieberater an. Nach langem Stau baut und saniert die Ortenau wieder – mit 1079 bewilligten KfW-Projekten im Jahr 2016 steht der Landkreis an der Spitze in Baden-Württemberg. Zwar erfüllt diese Zahl Hesso Gantert, Geschäftsführer der Ortenauer Energieagentur, und auch Energieberater Christian Dunker mit einigem Stolz, dennoch könne mit Blick auf die Altbausanierung mehr laufen, sagen sie. »Die Altbausanierungen sind auf gleichbleibend zu niedrigem Niveau.« Rein rechnerisch werde ein Prozent der Altbauten pro Jahr saniert – zu wenig, um das Klimaschutzziel 2050 zu erreichen. »Wir bräuchten mindestens zwei Prozent«, gibt Gantert zu bedenken.

Der Grund? Da können die beiden Fachleute nur Vermutungen anstellen. In den 1980ern hätten sich viele Familien den Traum vom Eigenheim erfüllt. »Die Besitzer sind heute Senioren«, gibt Gantert zu bedenken. Manche wollten nicht mehr sanieren oder könnten sich das schlicht nicht mehr leisten.

Vom Wollen und Müssen

»Oft bestimmt aber der Handlungsdruck den Beginn einer Sanierung«, verweist Gantert auf die kaputte Heizung oder das marode Dach. Und an diesem Punkt kommen die Energieberater der Ortenauer Energieagentur ins Spiel. Bei einem Gebäudecheck, schauen sie sich die Immobilie genau an und ermitteln das Energieeffizienz-Potenzial. Für den Ortstermin sollten sich Ratsuchende zwei Stunden Zeit nehmen – es geht vom Keller bis unters Dach. »Wir haben rund 500 Beratungen im Jahr für Neubau und Sanierung«, zeigt Dunker, dass das Angebot gefragt ist.

Geldgeber gibt Ziel vor

Die weiterführende Beratung übernehmen die rund 50 Energieberater der Ortenau. In der weiteren Zusammenarbeit entsteht ein Sanierungsplan mit Maßnahmenkatalog. Das Ziel: ein klimaneutrales Gebäude. Der Bauherr entscheidet selbstverständlich, was gemacht wird, aber eins ist klar: Wer viel für die Umwelt tut, wird auch gefördert. Hier tritt der Energieberater wieder als Lotse auf: Er weiß, was in den Töpfen steckt und wo was beantragt werden kann.

 »Das Thema energetische Sanierung ist und bleibt aktuell«, sind Gantert und Dunker überzeugt. Und sie haben noch viel zu tun, angesichts der Tatsache, dass rund dreiviertel der Einfamilienhäuser statistisch vor 1983 gebaut wurden. Aber jede energetische Sanierung in der Ortenau bringt sie einen Schritt weiter zuum Klimaziel 2050.