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Für guten Erfolg: Mit Plan, Beratung und Zeitpuffer zum Eigenheim

Grundstück, Bauantrag und mehr

  • Vor dem Bau sollte das Grundstück auf Altlasten hin untersucht werden. Foto: epr/Informationszentrum Beton

    Vor dem Bau sollte das Grundstück auf Altlasten hin untersucht werden. Foto: epr/Informationszentrum Beton

Der richtige Partner, fachliche Beratung, das passende Grundstück, der korrekt gestellte Bauantrag, ausreichender Versicherungsschutz und ein großzügiger Zeitpuffer. Diesen Punkten sollten private Bauherren besondere Aufmerksamkeit schenken, damit das Bauvorhaben erfolgreich abgeschlossen werden kann.

◼ Am Anfang ihres Vorhabens müssen sich Bauherren für den oder die passenden Partner entscheiden. Häufig werden Architekt und Bauunternehmen getrennt beauftragt. Die Bauleistungen können gesammelt an einen Generalunternehmer (GU) oder nach Gewerken getrennt an mehrere Baufirmen vergeben werden. Wichtig zu wissen ist, dass die schützenden Regelungen im Verbraucherbauvertragsrecht nur erfüllt sind, wenn der Bau des neuen Gebäudes vollständig und aus einer Hand erfolgt, also durch einen einzigen Auftragnehmer durchgeführt wird. Das gilt auch für »erhebliche Umbaumaßnahmen«.

◼ Insbesondere für Laien ist es ratsam, sich durch eine fachliche Beratung abzusichern. Einerseits kann ein baurechtlich spezialisierter Anwalt bei der Vertragsgestaltung helfen. Anderseits korrigiert ein Bausachverständiger die Planungsunterlagen und schaut regelmäßig auf der Baustelle vorbei.

◼ Ein passendes Grundstück kann der Bauherr über einen Bauträger oder auch ganz individuell erwerben. Basierend auf dem Eigentumsrecht nach Art. 14 Grundgesetz herrscht Bau-freiheit. Diese wird durch das öffentlich-rechtliche Baurecht und das privatrechtliche Nachbarrecht eingeschränkt. Das heißt konkret: Gemeinden haben einen Flächennutzungsplan, der festschreibt, welche Flächen zum Wohnen gedacht sind. Sie erlangen dann Bauqualität, wenn sie im Bebauungsplan ausgewiesen sind oder im Innenbereich liegen. Außerdem gibt es auf dem Grundstück selbst Einiges zu beachten. Die Bodenbeschaffenheit sollte durch ein Bodengutachten abgeklärt werden, um frühzeitig über Altlasten oder Kontaminationen Bescheid zu wissen. Außerdem lohnt ein Blick in das Grundbuch, in dem festgeschrieben wird, welche Rechte der Bauherr anderen Nutzern einräumen muss, etwa ein Durchfahrtsrecht. Hinzu kommen eventuelle Auflagen. Dies umfasst zum Beispiel die Erschließungslast, wonach bestimmte Flächen für den Anschluss an die Kanalisation freibleiben müssen.

◼ Für den korrekt gestellten Bauantrag sind Architekten, Ingenieure oder der Generalübernehmer zuständig. Wichtig ist, dass der Bauherr je nach Bebauungsplan auf eine Baugenehmigung warten oder eine Frist verstreichen lassen muss, bevor es losgehen kann. Da der Bauherr den Antrag mitunterschreibt, ist er gesetzlich dazu verpflichtet, diesen ohne Abweichungen auszuführen. ◼ Ein ausreichender Versicherungsschutz ist wichtig. Hier sind eine Bauleistungsversicherung für unvorhersehbare Schäden während der Bauphase und eine Gebäudeversicherung ratsam. Alle Baubeteiligten sollten eine gute Versicherung haben!

◼ Für den gesamten Prozess gilt: Großzügigen Zeitpuffer einbauen! Bauen ist ein dynamischer Prozess voller Unwägbarkeiten. Witterungsbedingungen lassen sich nur teilweise vorhersehen. Der Zeitaufwand für Eigenleistungen wird oft unterschätzt. Laien brauchen länger für handwerkliche Arbeiten als Fachpersonal.  (Quelle: www.arge-baurecht.com)