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Der ökologische Fußabdruck: Wie klimagerechte, nachhaltige Bauweise heute erreicht wird

Den Ressourcenverbrauch minimieren

  • Montage: Christel Stetter-Golderer

    Montage: Christel Stetter-Golderer

Um sich eine Vorstellung über die Auswirkungen unseres Lebensstandards zu machen, hat sich das Bild des ökologischen Fußabdrucks etabliert. Dabei wird der Ressourcenverbrauch pro Person ermittelt, zu dessen bestimmenden Faktoren Wohnen, Mobilität, Ernährung und Bekleidung zählen. Wer die biologisch produktiven Flächen des Planeten rechnerisch gleichmäßig auf die Weltbevölkerung verteilt, stößt auf die unbequeme Wahrheit, dass die Menschen in den Industrienationen das Vielfache der ihnen anteilmäßig zustehenden Ressourcen verbrauchen. Wo lässt es sich also ansetzen, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern?

Die wichtigsten Faktoren
Bei einer klimagerechten Bauweise stehen geringer Energieverbrauch, Anlageneffizienz und Erneuerbarkeit der Ressourcen im Mittelpunkt. Es geht darum, eine langfristig hohe bauliche Qualität mit möglichst geringem Unterhaltsaufwand zu erreichen. Deshalb richten Architektinnen und Architekten den Blick auf den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes – von der Rohstoffwahl und Herstellung, über die Nutzungsphase bis hin zur Umnutzung und Entsorgung. Den Aufwand an Energie, der für Baustoffgewinnung und Transporte anfällt, gilt es ebenfalls zu berücksichtigen. Denn in die sogenannten Grauenergie-Bilanzen fließen auch die tatsächlichen ökologischen Nebenkosten und Auswirkungen eines Gebäudes ein. So kann ein niedriger Energieverbrauch in der Nutzungsphase mit hohen Energieverbräuchen bei der Baustoffproduktion und späteren Entsorgung erkauft sein.

Die Vorgehensweise
 Zunächst einmal muss die Gebäudeausrichtung am Standort stimmen. Zu den wichtigen Faktoren zählt die Gewinnung von Wärme durch Sonneneinstrahlung, aber auch der Schutz vor Überhitzung im Sommer. Denn umsichtige bauliche Lösungen haben das Primat gegenüber aufwendiger Haustechnik, beispielsweise dem Einbau einer Klimaanlage. Bei der Wahl der Materialien empfehlen die Planerinnen und Planer solche, die sich ressourcenschonend gewinnen lassen, keine Schadstoffe beinhalten und langlebig sind. Außerdem sorgen natürliche Werkstoffe meist für einen besseren Feuchteausgleich. Im Interesse der regionalen Kreisläufe und Wertschöpfung empfiehlt sich der Rückgriff auf örtliche Traditionen und Handwerkstechniken, der dann auch zum Beitrag für nachhaltige Baukultur wird.

Bei der Planung eines Hauses und der Einteilung des Grundrisses geht es nicht nur darum alle benötigten Funktionen unterzubringen, sondern auch um sinnliche Anregungen für das psychische Wohlbefinden der Bewohner. Architekten verfügen hier über ein breites Spektrum an Erfahrungen und ermitteln in Gesprächen mit den Bauherren, welche Proportionen und Maßordnungen individuell passen. Schließlich gilt es, den Natur- und Artenschutz zu beachten. Dazu zählt der Vogelschutz bei Großverglasungen genauso wie der sogenannte Fledermaus-Ziegel, der den kleinen Säugetieren einen Unterschlupf auf dem Dach bietet, sowie Begrünungen aller Art, die als CO2-Puffer dienen. Die Bandbreite der Nachhaltigkeitsaspekte bietet so einen wirksamen Hebel, um die nachteiligen Auswirkungen eines Gebäudes auf die Umwelt zu reduzieren und kleinere ökologische Fußabdrücke zu hinterlassen.