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Vierte Reinigungsstufe in Kläranlage Kappelrodeck?

  • Gemeinde Kappelrodeck

05.04.2019 | Für rund 30 000 Euro sollen die Weber-Ingenieure in Pforzheim mit einer Studie beauftragt werden. Der Abwasserzweckverband Achertal erwartet eine Förderung von rund 15 000 Euro vom Land. 

»Es freut mich, dass wir im Achertal weiterhin Pioniere sind, was die Umwelttechnologie betrifft. Unsere Verbandskläranlage ist die größte Umweltschutzeinrichtung des Achertals, nur 14 der 950 Kläranlagen in Baden-Württemberg verfügen über eine vierte Reinigungsstufe«, wird Verbandsvorsitzender Stefan Hattenbach in einer Mitteilung aus dem Rathaus zitiert.

Pestizide und Süßstoffe

Ohne diese Ausbaustufe gelangen weiterhin so genannte Spurenstoffe in den natürlichen Wasserkreislauf, also organische anthropogene Stoffe wie Arzneimittelrückstände, Röntgenkontrastmittel, Estrogene, Pestizide, Korrosionsschutzmittel, Komplexbildner, perfluorierte Verbindungen, synthetische Duftstoffe, Flammschutzmittel, synthetische Süßstoffe oder weitere Chemikalien.

Über die Trinkwassergewinnung kommen dann auch wieder Menschen in Kontakt mit diesen Stoffen. Eine Investition in die vierte Reinigungsstufe sei damit auch eine nachhaltige Investition in die Gesundheit der Menschen, war sich die Verbandsversammlung einig. Manche Stoffe können schon in sehr geringen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf Organismen haben, heißt es in der Mitteilung weiter. 

Zwei Methoden gängig

Mehrere Technologien zur Filterung und Elimination dieser Spurenstoffe seien derzeit verfügbar, am gängigsten sind Aktivkohlefilter oder oxidative Verfahren mit Ozon. Ob und wie die Kläranlage in Kappelrodeck diese Herausforderung effektiv meistert, das soll die Machbarkeitsstudie aufzeigen.