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Tipps und Tricks beim Baumschnittkurs in Ottenheim

  • Thorsten Mühl

19.02.2019 | Mehrfach war Hansjörg Haas in der Vergangenheit schon bei Veranstaltungen des OGV Schwanau zu Gast. Ob Pflanzenschutzbegehungen oder Schnittkurse wie am Samstagvormittag – der Obstbauberater des Landratsamts und Buchautor ist ein gerne gesehener Gast im Ried. Beim aktuellen Schnittkurs, der schwerpunktmäßig die Themen Spindelbäume und Hochstämme in den Mittelpunkt stellte, fanden sich rund 30 Interessierte im Ottenheimer Lehrgarten ein.

Obstbaumwiese

Dabei war eine breite Linie an Gästen vertreten, »von Oberschopfheim bis Kappel«, wie OGV-Vorsitzender Rolf Weber im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger erzählte. Darunter fanden sich auch neue Gesichter, außerdem eine größere Anzahl interessierter Frauen. Organisiert hatte der OGV die Veranstaltung gemeinsam mit den Kollegen aus Meißenheim.

Nach einer längeren Einheit zum Thema Spindelbäume, die sich im Lehrgarten abspielte, verlagerte sich das Geschehen auf die angrenzende Obstbaumwiese. Hansjörg Haas gestaltete den Kurs nicht als Ein-Mann-Veranstaltung, sondern bezog die Zuhörer aktiv mit ein. Hier war kein bequemes Zuhören gefragt, sondern beherztes Mitanpacken. Haas bat um Vorschläge, wie er der Meinung der Gartenfreunde nach am besten vorgehen solle. Die eingehenden Ideen wurden dann auf Machbarkeit und Zweckmäßigkeit geprüft, diskutiert und praktisch umgesetzt. 

Trockener Humor

Auch wenn die Inhalte nützlich und wichtig waren, garnierte Haas seine Ausführungen immer wieder mit trockenem Humor, was für Lockerheit sorgte. Auch darin gründet sich Haas’ Beliebtheit – er belässt dem Hobby seinen Hobbycharakter, ohne sein fachliches Urteil und sich selbst zu ernst zu nehmen.

Als zu dichter Astbehang von einem Zuhörer als »Gestrüpp« betitelt wurde, erwiderte Haas: »So etwas wie Gestrüpp gibt es fachlich korrekt eigentlich nicht.« Der Zuhörer konterte schlagfertig: »Wie wäre es dann mit Astvielfalt?« In ähnliche Form wiederholte sich das noch einige Male. Als das »Leitern-Management« der Zuhörer, die Haas einige Male die Leiter am zu bearbeitenden Baum hinstellten, »mäkelte« der Fachmann gespielt: »Damit wird mir durch die Blume gesagt, wo ich schneiden darf und wo nicht.«

»Blitzableiter« pro Ast

Mit den Zuhörern ergab sich eine interessante Diskussion, wie stark ein Baum zu beschneiden sei. Ein Auslichten an den richtigen Stellen – gerader Schnitt, möglichst viele »Blitzableiter« pro Ast zum fortgesetzten Wachstum der Triebe – bringe aus drei Vorteile: »Ihr habt mehr Licht im Baum, eine bessere Statik und hochwertigere Früchte.« 

Neben Inhaltlichem wusste der Fachmann auch zu grundsätzlichen Fragen Rat. Das eigene Werkzeug stets sauber und möglichst scharf zu halten, sei wichtig: »Sauberes Arbeiten ist angenehmer, kostet vor allen Dingen auch weniger Kraft.« Weiter riet Haas, möglichst zu zweit am Baum zu arbeiten, da auf diese Weise verschiedene Blickwinkel möglich seien, breiter und abgestimmter gearbeitet werden könne.

Jeder habe seine eigene Meinung zum korrekten Schnitt, doch es gebe mehrere Alternativen, um zum Erfolg zu gelangen. Auch deshalb halten die Gartenfreunde den Austausch – untereinander, aber auch mit Fachleuten – für unerlässlich. »Man sieht und lernt immer wieder etwas Neues«, stellte Rolf Weber am Rande des Schnittkurses fest.