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Zwischen Krankenhaus und Franziskusheim

Alte Rettungswache weicht Seniorenbetreuung in Achern

  • Michael Karle

02.07.2019 | Manch Älterem ist das kleine Gebäude unterhalb des Pflegeheims St. Franziskus noch als Rettungswache bekannt. Das Haus mit den großen Garagentoren gehört dem Pflegeheim St. Franziskus und dessen Trägerverein Altenhilfe und Alten-Krankenpflegeheim Achern. 

»Wir haben das vor langer Zeit gekauft und wollen hier jetzt einen wertvollen sozialen Dienst einrichten«, sagt Thomas Kohler, Stadtrat und seit Jahren Vereinsvorsitzender. Das Grundstück für den Bau des Franziskusheims als erstem Altenpflegeheim im Raum Achern hatte die Stadt dem karitativ wirksamen Verein 1975 zur Verfügung gestellt.

Familie drin gewohnt

»Die alte Rettungswache stand lange so vor sich hin«, meint Kohler. Zuletzt seien die Garagen als Lagerräume für »Essen auf Rädern« genutzt worden. Im Obergeschoss habe noch eine Familie gewohnt. Nach Verhandlungen mit der Stadt habe man in diesem Jahr das Grundstück bis zum Bahngelände darunter noch etwas erweitern können. 

Ins Erdgeschoss des entstehenden Gebäudes zieht die Tagespflege des Caritasverbands Acher-Renchtal ein. Kohler: »Die Tagespflege wird aus dem früheren Schwesternheim bei der katholischen Kirche ausziehen. Die Kirchengemeinde hat dort Eigenbedarf angemeldet. Hier wird die Tagespflege ein neues Domizil erhalten.« 

18 Plätze für Tagespflege

Die Caritas wird sich dem Bedarf entsprechend erweitern. »Bislang haben wir Platz für 15 Gäste. Ab dem Umzug 2020 sollen es 18 sein«, erklärt Martin Meier. Den Dienst der Tagespflege hatte der Verband vor 25 Jahren eingerichtet. Aus einer Gesamtzahl von etwa 50 Gästen kommen von Montag bis Samstag jeweils 15 Personen in die Betreuung.   

In den Obergeschossen, weiß Kohler, wird das Pflegeheim sein Angebot noch erweitern: »Dort entstehen acht altersgerechte Wohnungen.« Aufgestellt werde das neue Haus so, dass der kleine Grüngürtel zur Achertalbahn hin erhalten bleibt. 80 Prozent des Gebäudes werden auf dem bisherigen Baugrund stehen. 

Von der Stadt Achern ist zu erfahren, dass für das jetzt verschwindende Gebäude ein Bauantrag aus dem Jahr 1912 archiviert ist. Das Krankenhaus hatte den Anbau eines Schweinestalls an eine Scheune beantragt. Das sei wohl der ursprüngliche Bau an dieser Stelle gewesen. Das Acherner Krankenhaus wurde ab 1911 mit etwas mehr als 60 Betten errichtet. Am 13. Mai 1913 wurde das Krankenhaus im Beisein der Großherzogin Hilda aus Karlsruhe eingeweiht.