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Im Zeichen der Nachhaltigkeit

15 Fertighäuser entstehen auf neuer Ausstellungsfläche

  • In Kappel-Grafenhausen hat der Bau der nach Firmenangaben modernsten Fertighaus-Ausstellung Europas begonnen. Auf einer Fläche von 17 000 Quadratmetern entstehen 15 Musterhäuser, die ab April 2022 besichtigt werden können.

    BDF/Emiliyan Frenchev | In Kappel-Grafenhausen hat der Bau der nach Firmenangaben modernsten Fertighaus-Ausstellung Europas begonnen. Auf einer...

21.07.2021 | Der Bau der nach Angaben der Veranstalter modernsten Ausstellung von Holzfertigbau-Eigenheimen in Europa hat in Kappel-Grafenhausen begonnen. Ab April 2022 sollen Besucher die insgesamt 15 Musterhäuser besichtigen können. Klimaschutz und Nachhaltigkeit spielen beim Bau eine große Rolle, heißt es.

Bauzeit bis November

Wenn man das Baugelände betritt, ist aktuell noch nicht viel zu erkennen. Doch das kann sich schnell ändern, denn ein einzelnes Haus „kann in zwei Tagen hochgezogen werden“, erklärte Christoph Windscheif, Ausstellungsmanager des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF), bei der Pressekonferenz am Dienstag. Geplant ist es, die 15 Musterhäuser und das Empfangsgebäude bis November fertig gebaut zu haben, sagte Windscheif. Für Besucher werde die Ausstellung aber erst 2022 eröffnet werden.

Rund 15 Millionen Euro wurden von 15 Herstellerfirmen in das Bauprojekt investiert. Eines der Ziele ist es, den Marktanteil von Fertigbauhäusern im Südwesten weiter zu steigern. Nach Angaben des BDF-Geschäftsführers Georg Lange beträgt der Anteil im Moment ungefähr 40 Prozent.

Wie auf kleinen Inseln

„Bei diesem Bauprojekt waren uns der Klimaschutz und die Nachhaltigkeit schon beim Bau sehr wichtig“, sagte Kappel-Grafenhausens Bürgermeister Jochen Paleit. Aus aktuellem Anlass betonte Paleit, dass das Baugebiet gut gegen Hochwasser abgesichert sei. „Uns sind die zwei größten Gefahrenpunkte des Gebietes bewusst“, sagte Christoph Windscheif. Es sei bekannt, dass es in der Gegend viel regnen würde und man habe sich darauf vorbereitet. Das Gelände wurde erhöht, so dass sich die Gebäude wie auf kleinen Inseln befänden. Zusätzlich werde man unterirdische Entwässerungsgräben anlegen, über die das Wasser bei Bedarf abfließen kann.

„Auch ist der Boden so aufgebaut, dass Wasser schnell und gut versickert“, sagte Windscheif. Deshalb sei, trotz erhöhter Hochwassergefahr, nur ein geringes Risiko für Schäden vorhanden.

Als zweiten Risikopunkt führte Windscheif die Wärme an, die typisch für die südlicheren Regionen sei. Man habe dafür gesorgt, dass die Gebäude sich nicht zu stark in der Sonne aufheizen. Dadurch könne eine angenehme Innentemperatur gewährleistet werden.

Um zu zeigen, dass Gebäudebau, Nachhaltigkeit und Klimaschutz miteinander vereint werden können, wurden nach Angaben von Jochen Paleit im Vorfeld einige Bedingungen beschlossen. Fotovoltaik-Anlagen auf jedem Gebäude sollen für einen Überschuss an Solarenergie sorgen, und auch eine Dachbegrünung ist Pflicht.

Zahlreiche Ladesäulen

„Zusätzlich sollen auch 34 Laubbäume und mehr als 100 Sträucher gepflanzt werden“, ergänzte Windscheif. Blumenwiesen zwischen den Gebäuden sollen Bienen und anderen Insekten dienen. Dies sei nicht nur gut für die Umwelt, sondern sorge auch für ein angenehmes Arbeitsumfeld der Mitarbeiter der Unternehmen. Selbst der Parkplatz leiste seinen Beitrag, denn dort werde es zahlreiche Ladesäulen für Elektrofahrzeuge geben.
„Die Fertighauswelt stellt unter Beweis, dass der Neubau von Eigenheimen im Einklang mit einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Entwicklung von Städten und Gemeinden stehen kann“, wird Co-Geschäftsführer Achim Hannott in einer Pressemitteilung des BDF zitiert.

Bisher sei das Bauprojekt im Zeitplan. „Es gab einige kleine Verzögerungen durch den Starkregen in letzter Zeit, aber das haben wir schnell wieder drinnen“, sagte Windscheif. Auf die Frage, ob es qualitative Unterschiede zwischen normalen und Fertigbau-Häusern gebe, antwortet der Manager: „Nach unserer Ansicht ist die Qualität von Fertighäusern denen von herkömmlich gebauten Häusern überlegen.“ Im Schnitt koste ein Fertighaus um die 350 000 Euro, allerdings seien die Häuser bei der Ausstellung etwas hochwertiger.

Ursprünglich war der Bau der Fertighauswelt bei der Oberrheinmesse vorgesehen gewesen. Wenn alles wie geplant läuft, könne die Ausstellung im April öffnen – mit 40.000 erhofften Besuchern pro Jahr.